The Elder Scrolls Online - Ein etwas anderer Testbericht

    • The Elder Scrolls Online

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • The Elder Scrolls Online - Ein etwas anderer Testbericht

      Es ist kein Geheimnis, dass der Nachtwind schon seid nun rund einem ganzen Jahr auf den Release eines MMOs wartet, dass mit seinen unterschiedlichen Aspekten und Features nicht nur die Gilde in unterschiedliche Lager gespalten hat, sondern die gesamte MMO-Community uneinig darüber lässt, was man nun von diesem "Zwitter" halten soll.

      Die Rede ist natürlich von The Elder Scrolls Online.

      @Angier und @Nysha bekamen von Zenimax Online die Gelegenheit bereits vorab, zusammen mit einigen anderen Pressevertretern (*hust hust*) das Spiel in seinem derzeitigen, nahe an der Vollendung stehendem Zustand ausgiebigst anzutesten. Dabei ist unser Bericht in zwei Teile aufgesplittet. Dies ist der erste Teil, der sich vornehmlich mit dem generellen Eindruck und dem PvE beschäftigt.

      Wir beide sind natürlich nun alles andere als professionelle Gaming-Journalisten, daher mag man uns verzeihen, wenn der Bericht sich eher auf unsere persönlichen Eindrücke bezieht als auf knallhart recherchierte Fakten. Dennoch fühlen wir uns natürlich geschmeichelt und wollen uns daher nicht die Gelegenheit nehmen lassen, über das Spiel in dieser Form zu berichten.


      Ebenherz-Pakt - Steinfälle

      [fieldset=Grundsätzliches]
      Wenn man sich mit ESO (der mehr oder minder offiziellen Abkürzung für The Elder Scrolls Online) beschäftigen möchte, so sind wir der Auffassung, sollte man vielleicht zunächst einmal sich im Klaren darüber sein, dass der Spagat zwischen einem The Elder Scrolls - Singleplayertitel und einem MMO natürlich ein Kompromiss sein muss. Die Vorstellung, man könne ein Skyrim als MMO haben ist zwar verlockend, in der Form aber unserer Meinung nach nicht umsetzbar. Genausowenig kann ESO ein vollständigerErsatz für MMO X sein, will ESO doch eben den genannten Mittelweg gehen. Es muss also festgehalten werden, dass ESO ein waschechtes MMO ist mit Elder Scrolls-Elementen. Es ist kein reines Themepark-Spiel wie die meisten AAA-Titel der letzten Jahre aber auch nicht die Sandbox-Revolution, die sich manche wünschen. ESO ist ein eigenständiges Werk, dass neue Ansätze mit Altbewährtem mischt und dabei eine recht gute Figur macht.

      Was bekommt man also geboten?[/fieldset]


      Aldmeri-Dominion - Grahtwald

      [fieldset=Eindrücke]
      Statt nun einfach die ausladende Liste an Features herunterzurattern möchten wir einen anderen Ansatz wagen und einfach mal von der Seele weg erzählen, wie ESO auf uns gewirkt hat, was uns gefallen hat und was nicht.

      Angier: Ich gestehe, anfangs sehr kritisch gewesen zu sein. "Ein weiteres MMO von den DAoC-Machern? Das geht doch bestimmt wieder schief!", dachte ich mir. Doch nach und nach, mit den veröffentlichten Infos, wurde mein Interesse dann doch geweckt.
      • TES-übliche, umfassende Charaktergestaltung. Als Argonierspieler war ich natürlich gespannt, wie meine Lieblingsechsen so umgesetzt würden und bin absolut nicht enttäuscht. Jedes der Völker hat einen einzigartigen Stil und ist dadurch individuell und markant, nicht nur im Aussehen sondern auch in der Kleidung.
      • Live action combat? Yes, baby. Ich hatte das elendige tab-targetting aus WoW satt und hoffte auf etwas, was sowohl dem Kampfsystem aus Age of Conan wieder näher kam als auch meinen persönlichen Spass an Action-Rollenspielen befriedigen würde. Und ich wurde absolut nicht enttäuscht. Sowohl die TES-typischen, hektischen Kämpfe als auch das strategische MMO-Element durch eine überschaubare Hotbar tragen ihren Teil dazu bei, um das Kampfsystem herausfordernd und vielseitig zu machen.
      • Die Spielwelt ist unglaublich detailliert und atmosphärisch. Gerade wenn man in dunklen Ecken mal in die Ego-Perspektive wechselt (ich bin mehr der Third-Person-Spieler) ist es unheimlich toll, wie deutlich man in die Geschichte hineingesogen wird.
      • Das Crafting ist komplex und erlaubt eine unheimlich große Gestaltungsfreiheit, die selbst mir als Craftingmuffel wirklich Spass macht.
      • Insbesondere bin ich aber begeistert davon, wie gut das Flair der Spielwelt, die ich wie viele andere über Morrowind lieben gelernt habe, eingefangen wurde und von der ersten Minute an mich in ihren Bann sog. Ich habe ihn in ESO tatsächlich wieder gefunden, diesen goldenen, nostalgischen Moment als man das erste Mal ein MMO betrat. Gut gemacht, Zenimax.... und blos mehr davon!

      Nysha: TES III - Morrowind war mein allererstes Rollenspiel überhaupt und ich habe es geliebt. Als ich erfuhr, dass es zur "The Elder Scrolls"-Reihe ein MMO geben wird und man auch wieder nach Morrowind reisen kann, war ich begeistert.
      • Schon nach meinen ersten Schritten auf den Boden von Tamriel, hatte ich das Gefühl in einem "The Elder Scrolls"-Spiel zu sein. Seien es die typische Steuerung und minimalistische Oberfläche oder aber die liebevoll gestaltete Umgebung und die stimmigen Geschichten der NPCs, es ist TES.
      • Was gibt es Schöneres als TES zu spielen? TES nicht alleine zu spielen. Endlich kann man die Welt gemeinsam erkunden, Abenteuer erleben und geheime Verliese ausräumen. Oft ist man sogar auf die Hilfe von Verbündeten angewiesen, so z.B. beim Schließen Dunkler Anker oder dem Erkunden sogenannter Veteranen-Gebieten, die auf der Karte mit einem Totenkopf markiert und speziell für Gruppen ausgelegt sind.
      • Als Rollenspieler bin ich während meiner Reise durch Tamriel immer mit Blick auf schöne bespielbare Orte durch Tamriel gewandert. Oft habe ich mir dabei bereits vorgestellt, wie es sein könnte, hier und da kleine Grüppchen anzutreffen oder selbst dort Rollenspiel zu betreiben. Es gibt überall viele, stimmige Plätze im Spiel. Um Euch die Vielfalt der Welt ein wenig näher zu bringen, findet Ihr in diesem Bericht auch ein paar Screenshots aus unterschiedlichen Regionen. Aber ein Bild kann leider nur einen Bruchteil der Stimmung im Spiel einfangen.
      • Was für das Rollenspiel natürlich auch sehr wichtig ist, sind Emotes. ESO bietet eine sehr große Anzahl an verschiedenen Emotes. Allein sieben verschiedene Arten zu sitzen gibt es. Toll!
      • Als jemand, der viel Wert auf seine Charaktere legt und gerne unterschiedliche Rassen ausprobiert, habe ich natürlich auch die Charaktererschaffung ausgiebig getestet. Jedes Volk bietet ganz eigene, vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten. Da fällt es einem wirklich schwer, sich für eine Rasse zu entscheiden. Dazu kommen extrem detaillierte Einstellungen, die man an Körper und Gesicht vornehmen kann. Da kann man schon mal eine Weile allein in der Charaktererstellung verbringen.

      [/fieldset]

      Dolchsturz-Bündis - Betnikh

      [fieldset=PvE - TES als MMO scheint möglich!]
      Wir haben in der Zeit, in der wir das Spiel testen durften folgende Dinge entdeckt, die wir als erwähnenswerte Features erachten:
      • Anders als in vielen Spielen der letzten Jahre besteht das "Leveln" nicht aus dem Ablaufen von Questhub nach Questhub um sich, entlang dieser Perlenschnur das Maximallevel zu erkämpfen. Viel eher fühlt es sich an wie eine Mischung aus dem TES-üblichen "In diese Richtung gehe ich nun und schaue, was mich erwartet" und einer geschickten Anleitung zu bestimmten Knotenpunkten. Wie in den meisten TES-Titeln und praktisch allen MMOs sind die Gebiete dabei in Stufenabschnitte eingeteilt, so dass man anhand des eigenen Erfahrungsfortschritts auch entsprechende Herausforderungen finden kann.
      • Damit zusammenhängend macht ESO starken Gebrauch vom "Phasing", jener Technik durch der subtile Änderungen an der Darstellung der Spielwelt und der NSCs darin eine permanente Veränderung für den jeweiligen Spieler erlauben.
      • Wir fanden bei unseren Entdeckungen neben TES-typischen Quests (Jede erzählt eine fortlaufende Geschichte, man grindet NICHT stumpf 10 Wolfsfelle für irgendeinen Unsinn) aber vor allem interessante Örtlichkeiten, wie vergessene Handwerksposten, Mundus-Steine und noch unerforschte Höhlensysteme (die als "öffentliche Dungeons" zum Erkunden einladen). Gerade Letztere waren kurzweilig und toll, erzählten sie doch stets eine interessante Geschichte und belohnten mit Bosskämpfen, die man allein oder in kleinen Gruppen bestreiten konnte.
      • Neben den öffentlichen Dungeons gibt es jedoch noch instanzierte Dungeons, von denen wir auch einen Besuchen konnten, die "Pilzgrotte". In diesem Dungeon kämpften wir im Namen einer Dunmer-Sekte uns erst durch Goblins, um dann mit deren Hilfe eine vergessene Kultstätte zurückzuerobern. Die Bosskämpfe waren dabei knackig und es bedurfte der Koordination der Gruppenmitglieder, bevor wir siegreich aus dem Dungeon hervorkamen. Die Sorge, ein "Aufweichen" der Dreifaltigkeit aus Tank/Heiler/DPS sei in ESO Anlass für einen allzu geringen Schwierigkeitsgrad können wir so also nicht teilen.
      • Für Erfolgsjäger gibt es Betätigungsmöglichkeiten in Hülle und Fülle, während Freunde von Weltevents an den Dunklen Ankern viel Vergnügen haben werden, die scheinbar für mindestens eine Gruppe, wenn nicht sogar einen ganzen Raid ausgelegt scheinen und mit unterschiedlichen Herausforderungen und Belohnungen aufwarten.
      [/fieldset]


      Dolchsturz-Bündnis - Glenumbra

      [fieldset=Vorläufiges Fazit]
      ESO weiss auf den ersten Blick zu begeistern durch ein durchdachtes und durchgängig ausgeführtes Spielkonzept. Natürlich können wir noch nicht abschätzen, wie die Langzeitmotivation aussehen wird, dazu fehlen uns Erfahrungen im PvP und im Endgame/"Raid"-Bereich, die wir vielleicht bald nachliefern können. So oder so ist das Spiel aber den initialen Boxpreis auf jeden Fall wert und mit dem, was wir an Inhalten erlebt haben kann es locker mit einem der Singleplayer-Titel mithalten.

      Ihr habt Fragen an uns? Wir beantworten sie gern in den Kommentaren![/fieldset]
      -Is it a game?
      It's a SERVICE. Not a game. It's a WORLD. Not a game. It's a COMMUNITY. Not a game. Anyone who says, "it's just a game" is missing the point.

      -Over time, your playerbase will come to be the group of people who most enjoy the style of play that your world offers. The others will eventually move to another game.

      > raphkoster.com/gaming/laws.shtml
    • Ich glaube Faes oberster "Negativpunkt" ist die Tatsache, dass die Texturen teilweise sehr schlicht gestaltet sind. Ich rechtfertige das damit, dass man dadurch die Rechenleistung niedriger halten kann im AvA.

      Für mich persönlich wäre ein Negativpunkt die Tatsache, dass Zenimax in der Umsetzung der Spielwelt in manchen Belangen einen eher allzu schlichten Ansatz gewählt hat. Aber zum Glück reisst das ihre Darstellung der Argonier für mich raus :D
    • Wie sind denn so die Lichteffekte in ESO, kann man diese in etwa mit AoC vergleichen?

      Außerdem hat von euch beiden schon mal wer Schild und Schwert getestet und kann sich dazu äußern wie hoch der Damageoutput ist? In den meisten MMOs ist es ja so, das jemand der mit Schild und Schwert spielt im PvP nur als Flaggenträger taugt da man selber Jahrzehnte benötigen würde um einen anderen Spieler auch nur die Hälfte der Lebenspunkte abziehen zu können, verhält sich das in ESO ähnlich oder ist auch jemand mit Schild und Schwert eine ernst zunehmende Gefahr?

      Davon hängt für mich nämlich ab ob ich direkt mit Schild und Schwert starte oder erst mal Zweihand fürs PvP hoch ziehe.
    • Das hört sich für mich in Ordnung an, vor allem da gut platzierter CC meist das A und O im PvP darstellt werde ich dann wohl doch erst Waffe&Schild pushen bevor ich was anderes mache.

      Aber wenn ich nun z.b. Einhand skille kann ich da dann auch wie in Skyrim mich auf Schwerter, Äxte oder Kolben spezialisieren?
      Bzw. wenn ich es richtig verstanden habe ist Waffe&Schild ja eine Fertigkeitlinie, und nicht wie in in den Singleplayer Titeln in Einhand und Blocken aufgeteilt?