Der Nachtwind in Cyrodiil - PvP und mehr in ESO

    • The Elder Scrolls Online

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    • Der Nachtwind in Cyrodiil - PvP und mehr in ESO

      Im zweiten Teil unserer Berichterstattung von @Nysha und @Angier rund um das Pressevent zu ESO möchten wir uns einem Aspekt des Spieles zuwenden, der bereits im Vorfeld für viele Diskussionen aber genauso für nostalgisches Schwelgen gesorgt hat.

      [fieldset=Das PvP...]
      Wenn man durch die Reihen der MMO-Spieler gehen würde, um zu fragen, was denn ihrer Erfahrung nach oder nach dem, was sie so gehört haben, das "beste PvP aller Zeiten" gewesen sei, so wird man nur allzu oft "DAoC" (Dark Age of Camelot) hören. Das Drei-Wege-PvP rund um die zu erobernden Grenzländereien der unterschiedlichen Fraktionen sorgte für lang anhaltende Motivation auf der Jagd nach der Dominanz der eigenen Reichs und dem Fortschritt des eigenen Charakters. Die Identifikation der eigenen Fraktion löste dabei Verhaltensweisen aus, die man sonst nur von Fußball-Hardcorefans kannte und die eine Atmosphäre erschafften, die manche um 4 Uhr morgens aus dem Bett springen ließ, um die Leistungen des eigenen Reichs zu verteidigen.

      Fragt man dann aber weiter, ob sie jemals wieder ein Spiel erlebt haben, dass ähnlich mitreissend in dieser Hinsicht war, hört man vielerorts ein Nein. Zwar gab es Spiele, die eine ähnliche Mixtur versucht haben, doch keinem sollte dieser Erfolg wieder beschieden sein.
      ESO (The Elder Scrolls Online) will nun ebenso den Versuch wagen, in die Fußstapfen des mythischen Vorbilds zu treten. Matt Firor, Director von Zenimax Online Studios, der sich zuletzt verantwortlich zeigte als einer der führenden Köpfe hinter DAoC wurde angeheuert, um diesen Versuch glücken zu lassen. Nun, da wir die Gelegenheit hatten, uns von seiner und der Leistung all der anderen kreativen Köpfe bei ZOS überzeugen zu können, sind wir im Nachtwind ebenso guter Dinge, dass es gelingen könnte.
      [/fieldset]


      Die Schlacht vor den Mauern einer Festung tobt im vollen Gange

      [fieldset=...in ESO]
      Die Mixtur ist im Grunde die Gleiche wie beim Vorbild DAoC. Das AvA (Allianz versus Allianz) ist ein großes Schlachtfeld, in dem drei unterschiedliche Fraktionen, das Aldmeri-Dominion im Süden, das Dolchsturz-Bündnis im Nordwesten und der Ebenherz-Pakt im Osten, um die Vorherrschaft ringen. Dabei gilt es eine Reihe von Festungen zu erobern und zu halten, um den eigenen Anspruch auf die zentrale Provinz Tamriels, Cyrodiil, zu festigen. Gelingt das, darf die dominierende Fraktion einen Kaiser ausrufen, der nicht nur Prestigeobjekt ist, sondern auch echte Vorteile in der Strategie bietet. Die anderen beiden Allianzen sind angehalten, sich zusammen zutun, um die Herrschaft zu beenden und den Kaiser zu stürzen, um dann jeweils selbst einen Versuch zu starten und Cyrodiil zu erobern. Auf diese Weise ändert sich das Schlachtfeld ständig und alte Verbündete können innerhalb weniger Augenblicke zu neuen Feinden werden.

      Cyrodiil ist groß. Läuft man von der Nordgrenze bis in den südlichsten Zipfel (nicht, dass man das könnte ohne Gefahr zu laufen, einem Gegner zu begegnen) ist man locker länger als eine halbe Stunde unterwegs, tendentiell länger wegen den nötigen Umwegen. In dieser Weite verteilen sich 18 Festungen und mehr als 54 kleinere PvP-Ziele. Das ist eine ganze Menge, um die man sich streiten kann. Jedes dieser Ziele kann man als Gilde für sich beanspruchen und damit die symbolische Verantwortung übernehmen, dieses Ziel für die eigene Fraktion zu verteidigen. Jede Festung dient dabei als Wegpunkt eines fraktionsspezifischen Schnellreisenetzwerks, dessen einzelne Punkte ebenso wichtig sind zur Absicherung der Nachschublinien. Wird eine Festung belagert kann man weder zu ihr reisen, noch zu Festungen die hinter diesem Punkt des Netzwerkes liegen. Die umliegenden PvP-Ziele, jeweils eines Sägewerks, einer Farm und eine Mine, dienen wiederum dazu, die einzelnen Aspekte der Festungen zu verbessern (Tore, Wachen und Mauern). Für das Verteidigen dieser Ziele gibt es Punkte, die sich dann auf die Gesamtpunktzahl der jeweiligen Fraktion niederschlagen und so einen statistischen Wettkampf darstellen. Neben diesen festen PvP-Zielen existieren noch stehlbare Punktespender in Form von "Schriftrollen der Alten", von denen jede Fraktion anfangs zwei besitzt. Die Rollen der anderen Fraktionen können gestohlen und danach zu Fuß in eine eigene Festung gebracht werden. Schlussendlich geht es darum, die meisten Punkte über einen Zeitraum von mehreren Monaten einzuheimsen, oder den genannten Kaiser auszurufen, um als siegreiche Fraktion deklariert zu werden. Daraufhin startet eine neue Runde, während die Besitztümer nicht zurückgesetzt werden.

      Soviel zur Theorie. In der Praxis stellt sich heraus: Es ist noch viel besser als gedacht! Wir waren begeistert von der immensen Aktivität, die ständig um uns herum stattfand. Ob wir nun in riesigen Gruppen nahezu lagfrei und mit butterweicher Framerate gegen die Tore einer feindlichen Festung anbrandeten, während über unsere Köpfe hinweg die Belagerungswaffen ihre tödlichen Geschosse schleuderten, oder wir auf der anderen Seite von den Mauerzinnen herab mit Pfeilen, Magie und brennendem Öl eben einem solchen Ansturm Einhalt gebieten wollten... es war episch. Begeistert verlangte es uns nach mehr, während unser Blick immer wieder auf die Karte von Cyrodiil wanderte, auf der wir die neuesten Entwicklungen in dieser schier endlos scheinenden Schlacht um den Rubinthron mitverfolgen konnten. Parallel dazu sorgten unterschiedliche, immer wiederholbare PvP-Quests für kurzweilige Ziele, wie der Jagd nach feindlichen Spielern oder der gezielten Eroberung einer Festung in Feindeshand.
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      Die Verteidiger eines Aussichtspostens wissen sich mit brennendem Öl zu helfen

      [fieldset=Da ist wirklich noch mehr!]
      Dieses Hochgefühl epischer Schlachten war allerdings noch längst nicht alles, was man in Cyrodiil entdecken konnte. Denn viele der PvE-Inhalte lassen sich auch mit dem zusätzlichen Nervenkitzel des PvP-Gebietes erleben: Öffentliche Dungeons, PvE-Quests, vergeben von der Bevölkerung der bedrohten Städte in Cyrodiil, Beschwörungsorte für Dunkle Anker, versteckte Aussichtspunkte, Himmelsscherben und weitere, entdeckbare Inhalte luden immer wieder dazu ein, abseits von den großen Schlachten auf Entdeckungstour zu gehen. Oder unseren Gegnern aufzulauern, während sie ihrem Entdeckerdrang nachgaben. Dadurch gibt es auch für Einzel- und Kleingruppen Inhalte, die sich immer wieder für zwischendurch anbieten und dadurch Cyrodiil zu einem vielseitigen Bereich dieses Titels machen. So haben wir beispielsweise einen offenen Dungeon entdeckt, bei dessen Erforschung wir festgestellt haben, dass ein paar gegnerische Spieler kurz vor uns diesen betreten hatten und nun schon fleissig sich mit den Mobs in diesem herumschlugen. Im richtigen Augenblick schlugen wir dann aus dem Hinterhalt zu, um die engen Gänge des Dungeons für uns auszunutzen und so deren Ausflug in den Dungeon vorzeitig zu beenden. Ähnliches passierte uns als wir nichtsahnend eine der vielen PvE-Quests erledigen wollten und auf einen Streifzug gegnerischer Spieler trafen, die dann kurzen Prozess mit uns gemacht haben. Jeder, der open world PvP mag, wird also auf seine Kosten kommen.[/fieldset]


      Hier sammelt sich die Vorhut der Angreifer und bereitet die Belagerung unserer Festung vor

      [fieldset=Und der Megaserver?]
      Aufmerksame Leser werden sich nun natürlich fragen, wie das denn alles zusammenspielt mit dem Megaserver, den Zenimax für ESO verwenden will.
      Dazu wird Cyrodiil in geklonte Instanzen aufgeteilt die jeweils kleineren Servern ähneln auf denen mehrere tausend Spieler gleichzeitig aktiv sein können.
      Bevor man nun das erste Mal eine solche "Kampagne" genannte Instanz betreten kann muss man sich erst dafür entscheiden, sich fest an diese Auswahl zu binden - an die Heimatkampagne. Wenn man nun Cyrodiil betritt, landet man immer wieder in dieser Instanz. Falls diese jedoch mal überfüllt ist, kann man als Gast einer anderen Kampagne beitreten. Die eigene Leistung zählt dort jedoch nicht zur Gesamtleistung der eigenen Fraktion. Das Wechseln der Heimatkampagne kostet eine horrende Summe, was verhindern soll, dass man diese nach Belieben wechselt. Genauso kann man einer Kampagne immer nur mit einer Fraktion beitreten, was Spionageversuche schwieriger machen soll. Zu guter Letzt gibt es verschiedene Sperrmechaniken, die verhindern sollen, dass eine Fraktion durch schiere Masse gewinnt. Zusätzlich bekommen unterlegene Fraktionen Buffs, die ihnen helfen sollen, wieder Fuß zu fassen.
      Durch all diese Mechaniken ergeben sich jeweils einzigartige Kampagnengemeinschaften, die den Servergemeinschaften des großen Vorbilds ähneln sollen. Freund und Feind erkennt man wieder, es bilden sich Freundschaften und Rivalitäten, die zusätzlich motivieren sollen.[/fieldset]
      [fieldset=Fazit]
      Das PvP in ESO schafft es tatsächlich ein Hochgefühl der Schlacht zu erzeugen, was nicht zuletzt an der Tatsache liegt, dass man hunderte Spieler auf dem Bildschirm sehen kann, die sich alles andere als standbildhaft gegenseitig die Köpfe einschlagen. Durch das sich ständig ändernde Schlachtfeld und die taktische Komponente des Eroberungsfeldzuges wird es dabei auch im Metagame nicht langweilig, während die PvE-Inhalte dazu einladen, auch abseits der großen Schlachten seine Zeit in Cyrodiil zu verbringen.
      ESO macht unserer Ansicht nach viel richtig. Es bleibt abzuwarten was die Spieler daraus machen, wir sind jedoch sehr optimistisch, dass die Mixtur außergewöhnlich gut gelingen wird.
      -Is it a game?
      It's a SERVICE. Not a game. It's a WORLD. Not a game. It's a COMMUNITY. Not a game. Anyone who says, "it's just a game" is missing the point.

      -Over time, your playerbase will come to be the group of people who most enjoy the style of play that your world offers. The others will eventually move to another game.

      > raphkoster.com/gaming/laws.shtml
    • Wie ist das mit der Performance?
      Wenn ich an große PvP Schlachten denke, fallen mir 2 Dinge immer ins Gedächtnis.
      AoC Keep Kämpfe: Matschgrafik und trotzdem ein Ping bis zur Zimmerdecke. Jeder zweite Fight ein Crash. Zu 85% nur Krampf
      Guild Wars 2 WvW: Meine Mitspieler sehe ich nur als schwebende und hüpfende Namen, bis sie sich nach gefühlten Stunden manifestieren.
      Großmeister der Hüpfomantie; ehemaliger Usurpator des Nachtwinds; Männer-im-Raid-zum-Weinen-Bringer
    • Vor allem ist der Bericht auch noch der erste Bericht den sie empfehlen :thumbup:

      @Arngar
      ​Es ist noch viel besser als gedacht! Wir waren begeistert von der immensen Aktivität, die ständig um uns herum stattfand. Ob wir nun in riesigen Gruppen nahezu lagfrei und mit butterweicher Framerate gegen die Tore einer feindlichen Festung anbrandeten,...
    • Habe mir mittlerweile noch mehr Berichte durch gelesen, und ich kann wirklich nur Wow sagen! Das AvA scheint ja wirklich einige Nummern geiler zu werden als das WvW.

      Aber wie genau spielt sich denn das Burgen einnehmen ab, könntet ihr das für uns noch mal etwas erläutern? Renn ich da einfach rein und haue dem Burgherrn einen über den Schädel und das Ding gehört mir oder gehört im AvA etwas mehr dazu?

      mfG
      Valdi

      PS: Mal schauen, wenn mir das AvA am Ende wirklich so viel Spaß macht wie ich es mir momentan erhoffe werde ich wohl sogar die ganzen Quests außen vorlassen und nur über PvP und Dungeons leveln :)
    • Burgen haben im AvA keinen Burgherren derzeit sondern zwei Punkte, die man parallel halten muss, damit man die Burg einnimmt.
      Beide Punkte liegen relativ nahe beieinander im inneren Burgfried.

      Zuvor muss man aber entweder die äußere Mauer oder das äußere Tor durchbrochen haben und das innere Tor, während Spieler und Elite-NSCs sich einem entgegen stellen.